Monday, November 3, 2008

Drucken: Farbdruck und verschiedenes Druckmaterial

Oben seht ihr meinen neuesten Druck. Mit diesem Bild bin ich jetzt einigermaßen zufrieden, wenn es auch noch jede Menge Details gibt, die ich für nicht so ganz gelungen halte: Eigentlich wollte ich eine Nachtlandschaft haben, und auf dem Bild oben sieht man nicht wirklich, dass es Nacht sein soll. Das Haus hat auch überhaupt nicht geklappt und insgesamt ist der Druck noch nicht so sauber, wie er sein könnte.
Ich habe mich aber jetzt entschieden, euch mal einen Einblick in meine Bemühungen zu geben, und euch jetzt gleich auch die Bilder zu zeigen, die ich euch letztens aus Scham vorenthalten habe. Zum Material:

Von oben nach unten: Softlino, das ich von Merle bekommen habe, speedycut von vuscor (herzlichen Dank nochmal), Künstlerlinoleum und das Stempelmaterial. Über die Vor- und Nachteile von Linoleum habe ich schon ausführlich berichtet (Teile 1, 2 und 3). Heute habe ich mit dem Material von Merle gearbeitet und war sehr zufrieden, bislang ist das mein Favorit!

The entry picture is my latest color print. Though it didn't turn out quite like I wanted it, this time I think it's good enough so that I can show it to you. I also decided to give you a tour through my previous tries (although I was too ashamed to show them last time). But before we start, let me say a few words about material. On the picture above you see (from top to bottom) the soft lino that Merle sent me, speedycut material I received a few days ago from vuscor (thanks!), traditional artist's lino, stamping rubber. I talked before at length about the lino and the stamping material (parts 1, 2, 3) and won't repeat this now. Today I used the gray soft lino and really loved it. - So far my preferred choice!

Das war mein erster richtiger Versuch mit mehrfarbigem Druck. Es gab vier Druckgänge in hellblau, mittelblau, dunkelblau und schwarz.

This was my first real try with multicolor print. I was very disappointed with this one: the prints turned out very bad (color too thick), the shadows are wrong, the 'path' should be a river but just doesn't look like it...

Das ärgerlichste an diesem ersten Versuch war, dass die letzte Schicht so viel Arbeit gemacht hat, aber kaum sichtbar ist. Das Ganze hat das Format A5, und es hat ganz schön lange gedauert, das Linoleum so zu bearbeiten. Links seht ihr den Druckstock kurz vor dem letzen Druckdurchgang.

This is the lino briefly before printing the last layer.

Mein zweiter Versuch. Diesmal extra heller gehalten und ich habe auf eine Farbe verzichtet. Das Motiv ist auch ein bisschen verändert. Leider sieht es jetzt aus, als hätte es geschneit. Der Rahmen passt ganz schlecht dazu - das habe ich einfach aus dem ersten Versuch rausgeschnitten und dann drübergedruckt.

This was the second try. Now It looks like it was winter. The river still looks like a road, or maybe it is frozen.


Also nun mein dritter und - so meine ich - bislang erfolgreichster Versuch.
Das hier war meine Skizze bevor ich auf's Material draufskizziert habe. Ich habe das Bild nicht kopiert, sondern dann einfach ein zweites Mal direkt aufs Linoleum gezeichnet.The picture above doesn't show a print - this is the sketch I made on a piece of paper before I started to cut.
I printed this in different color combinations. For the first layer I chose light gray, light green and pink. This is a picture of the lino after the first round of printing - the green color didn't come off. But one can still see my black cutting marks. Actually one can also still see the pencil marks what rather surprised me. On the traditional lino this washes off. Das war der Druckstock nach der ersten Druckrunde in grau, grün und rot. - Wie ihr seht, ging das Grün nicht mehr so recht vom Lino ab. Da man meine Skizze aber noch sehr gut sehen kann, war das kein Problem. Im Gegenteil, es hat mir eher geholfen, denn nun konnte man sehr deutlich sehen, wo Material weggeschnitten ist und wo nicht.
Dann wurde weiter daran rumgeschnitten und so sah er dann für die zweite Runde aus:This is how the lino looked like for the second layer of printing. Again I chose three colors: darker grey, red and a dark green. Most of my prints are in the same color, but I also printed one of each combination: red on green, red on grey, grey on green and red, green on grey and red. For the last layer the lino was cut again:

Für die dritte Schicht Farbe wurde dann das Linoleum noch einmal geschnitten. Oben sieht man wie's dann aussah. Und das sind letztendlich die Ergebnisse des Tages:

On the very top of this post you saw a print in light green, green, dark green. This is : light grey - grey - black
Ganz am Anfang habt ihr den Druck in hellgrün - grün - dunkelgrün gesehen. Das oben ist offensichtlich in hellgrau - grau - schwarz, das folgende in rosa - rot - dunkelrot
This was obviously pink - red - dark red and last but definitely not least - I think actually it is the best: green - grey - black:


Das hier ist nun meine liebste Kombination: hellgrün - grau - schwarz. Aber so richtig nach Nacht sieht es wieder nicht aus. Das war auf dem allerersten Bild dann doch am besten. Wahrscheinlich muss man schon ein Dunkelblau nehmen.
Der Nachteil von solchen Reduktionsschnitten ist nur, dass ich jetzt keinen Stempel habe, den ich evtl. nochmal benutzen kann - den habe ich im Laufe meiner Arbeit kaputt geschnitten.

2 comments:

Daniela said...

Mir gefällt die rote Version auch sehr gut. Danke für's ausführliche Zeigen! Wäre es vielleicht auch möglich, nur bestimmte Bereiche des Stempels mit Farbe zu versehen und dann die Farben nacheinander zu stempeln? Vielleicht indem man mit Malerkrepp bestimmte Bereiche abklebt, dann die Farbe aufbringt und vorm Stempeln das Krebband wieder löst, so das eben der Stmepel an den relevanten Stellen noch sauber ist? Mmmh. Sieht jedenfalls klasse aus, vielleicht wage ich mich da auch mal dran.

Büchertiger said...

Das freut mich, dass dir der Druck gefällt!
Du kannst ja mal ausprobieren, ob das Drucken so klappt, wie du es beschreibst. Standardverfahren, die in die Richtung gehen wären:

1. So eine Puzzle Technik, wie ich sie hier (ziemlich weit unten) schonmal beschrieben habe. Dabei zerteilt man den Stempel, damit man die einzelnen Teile gut getrennt einfärben kann.

2. Mehrere Druckstöcke anfertigen. Also statt von dem Material weiter etwas runterzuschneiden (Reduktion) nochmal ganz von vorne anfangen.

3. Wenn du Teile abkleben möchtest, dann wäre vielleicht auch Siebdruck was für dich. Da arbeitet man dann gar nicht mit Stempeln, sondern nur mit Schablonen, die man auf einem Sieb befestigt, durch dass man dann Farbe auf ein Blatt Papier oder Stoff oder worauf auch immer streicht. Man kann in mehreren Arbeitsschritten verschiedene Stellen auf- und abdecken. (Nach dem Verfahren werden häufig Textilien bedruckt.) Der Vorteil dabei ist, dass man nicht spiegelverkehrt arbeiten muss.