Sunday, October 12, 2008

Eine Menge Schokobücher und ähnliches

Ich habe an diesem Wochenende mal wieder leere Tagebücher relativ schnell produziert. Beim Aufräumen meines Arbeitszimmers bin ich auch die ganzen Lebensmittelverpackungen gestoßen, die ich immernoch zu Schokobüchern und Co. verarbeiten wollte, und da dachte ich, ich könnte doch mal wieder damit weitermachen. - Ein Ende ist nicht wirklich in Sicht, ich habe noch so viele Packungen, die auf eine Papierfüllung warten... Aber für dieses Wochenende bin ich erstmal damit fertig!

This weekend I produced some new blank journals in my chocolate-book-series. Actually only 2 of the books have a chocolate cover. Two covers made from chocolates were spoiled when I tried to bind them in a new way. I still have a lot more of them but for today I am finished with them. Here are more details of this weekend's books:
Also wenn ich schon Buchweizen verarbeite, dann muss ich auch ein Buch daraus machen. Weil die Verpackung nur für den vorderen Deckel gereicht hat (die Rüchseite der Packung war nicht wirklich schön), habe ich hinten etwas von meinem Kleisterpapier benutzt.

The picture above shows the book I made with the packet of buckweat flower. This was the first time I used for the back cover a different style that for the front cover. I liked the idea and tried it with the following book which has as its front a Milka chocolate paper, filled with a cardboard mock chocolate. Maybe in that case it would have been better to have both the back and front made out of 'chocolate':

Das ist mein Milka - Buch. Wie schon frühere Schokobücher enthält die Schokoladenpackung eine Schokoattrappe aus Pappe. Ich bin mit dem Design allerdings nicht so ganz zufrieden. Wahrscheinlich hätte ich lieber zwei Schokopackungen nehmen sollen (eine vorne, eine hinten). Die Hauptfarbe von dem Kleisterpapier passt eigentlich 100%-ig zu der Wassermelone, aber so total überzeugt bin ich von der Farbwahl auch nicht...
Wirklich gut gefallen mir dagegen die drei Bücher, die ich aus den Mystère Eispackungen gemacht habe:
Other than the Milka book I really like the above books made from ice cream packages. The sewing thread is also from a chocolaty brown color (somehow this is not really visible in the pictures). These ice cream books are of the largest format if you measure the area of the pages. But the following book from a package of granola cookies is even taller - or wider if you turn it the other way round. Both fits well with the covers -it is really up to you.
Dieses Buch aus einer Müslipackung ist ziemlich hoch und schmal. In etwa das Format eines längs gefalteten A4 Blattes. Damit eignet es sich gut für Listen - etwa Vokabellisten oder Spielstände. Aber da das eine Cover um 90° gegen das andere gedreht ist, kann man es auch quer benutzen. Dann ist es gut für Vokabellisten mit wirklich langen Wörtern wie etwa Müslikeksbuchdeckel geeignet ;-)
Dann habe ich noch das Zitronenkuchenbuch. Das gefällt mir auch sehr gut. Es ist mit einem Spezialbaumwollfaden gebunden, der für viel weniger Falzsteigung sorgt. Das Buch ist dadurch hübsch flach. Der Faden ist außerdem schön bunt.Und das hier ist wohl mein liebstes: Mit zwei wasserabweisenden festen Deckeln und in schön warmen Rot- und Brauntönen.
Und zuletzt noch dieses neue Min Rittersport - Büchlein. Diesmal mit Langstich und Klettverschluss:

This mini book is bound in a longstich with a wrap around cover with a hook and loop closure.

With that inside into my eating habits I wish everyone a good start in the new week!

Saturday, October 11, 2008

Knots are on my mind

Ich habe gestern leere, einfach weiße Streichholzschachteln gekauft - es gibt dann demnächst mehr matchbooks. Dies hier ist das erste mit 35 losen Seiten.

Friday, October 10, 2008

Insomnia

Ich kann nicht schlafen. Nachdem ich mehrere Stunden wach im Bett gelegen habe, habe ich mich dann doch entschieden, aufzustehen und was sinnvolles zu machen. Und ich wäre nicht ich, wenn das nicht bedeuten würde, an meinen Büchern zu arbeiten. Als erstes habe ich dieses kleine Büchlein mit Knotendiagrammen fertig gestellt.
Der eigentliche Sinn daran ist, dass ich ausprobiert habe, wie sich mein neues Siampapier verarbeiten lässt. Es ist ganz dünn, und ganz weich. Ich habe also erstmal eine einfach japanische Blockheftung versucht. Wie dünn das Papier ist, kann man daran ersehen, dass man den Knoten der Seite davor (auf der linken Seite) sehr gut sehen kann, obwohl das Papier doppelt liegt. Auf diesen Nachtbildern sieht es merkwürdig grau aus, eigentlich hat es einen warmen, sehr hellen Braunton. Mal schauen, ob ich morgen nochmal bessere Bilder hin bekomme.

I can't sleep. It is almost 5 a.m. and I haven't got a minute of sleep tonight. After lying awake for several hours I decided to get up. And I made books! This first one above has an asian stab binding, as you can see. It is made of all new paper: The outward sheet is a mulberry paper. Is wraps around the whole book block, so on the left one cannot see the pages. The pages are siam paper - very thin and actually of a very light brown tone. I'll try to make better pictures when the light is better.
I filled the pages with knot diagrams from 0_1 (the unknot) to 7_7.

And with the remaining scraps I made a mini book, because I haven't done a miniature asian stab binding yet this was my opportunity to catch up with this.
Not with a wrap around cover but instead just two pieces of red paper on the front and end. The pages only contain the alphabet. The book is bound on the right side in japanese style.Das ist das Minibuch, das ich dann aus den Resten gemacht habe. Daneben liegt die Buchbindernadel. Es hat - ganz japanisch, die Heftung auf der rechten Seite und wird dementsprechend von rechts nach links gelesen. Naja, im wesentlichen von hinten nach vorne, wenn man so will, denn jede Seite enthält nur einen Buchstaben:
So, und nun versucht ich nochmal mein Glück und versuche, zu schlafen.


P.S.: I made some more an new pictures of the books. They can be seen in my Flickr photostream.

So, mittlerweile ist es 11 Uhr, ich habe vielleicht 3 Stunden Schlaf bekommen, habe gefrühstückt - und neue Fotos gemacht! Sie sind in meinem Flickr Photostream zu sehen.

Wednesday, October 8, 2008

Oiled Paper Part III - an Update

Das Olivenölpapier habe ich mittlerweile ganz verbraucht. Einen der Bögen habe ich zu diesem nun etwas wuchtigen Buch verarbeitet. Das war das erste Mal, dass ich Buchecken benutzt habe. Ich war erstaunt darüber, wie einfach sie zu benutzen sind. Ich dachte immer, man braucht dafür eine besondere Bucheckenzange, aber eine Allzweckzange funkntioniert auch ganz wunderbar.
Die Ecken werden bei diesem Buch wirklich gebraucht, weil das Papier durch die Ölbehandlung relativ empfindlich geworden ist. Wie ihr sehen könnt, hat es auch alle seine Farbe verloren. Die Innenseiten der Deckel habe ich mit Dunkelrotem Tonpapier bezogen. Vor allen an den Stellen, an denen die Deckel durchstoßen sind, haben sich dort ziemlich schnell Fettflecken gezeigt. Um ein Forschreiten zu verhindern, habe ich das Ganze schnell mit klarer Acrylfrühfarbe behandelt - und das scheint einigermaßen gewirkt zu haben. Oder man sieht die Flecken jetzt nur nicht mehr.
Das Eulenbuch war mein zweiter Versuch, der Dank dieses Vorversuchs auch etwas besser gelungen ist.

By now I used up the paper that I tried to dye with olive oil. As you can clearly see in the pictures, the paper ist not dyed at all. It still feels good, and this time it doesn't smell; but it is not dyed. With these corners the book looks rather heavy - I am not so pleased with its style. I liked it for a brief moment and now I am completely bored :-(
It alo has oil stains on the inside, so that I will have to use it myself (I don't want to give something so crappy to someone else). I decided to use it for notes to computer games. So it is resting now beside my other computer in a dark corner.
Tada, hier ist es! Dieses Buch gefällt mir viel besser. Auf Flickr (da sind auch noch mehr und andere Bilder von dem Buch zu sehen) habe ich angegeben, dass die Stickerei aussenrum keine Funktion hat, aber das stimmt nicht ganz - es dient als Abstandhalter zwischen dem Einbandpapier und der Vorsatzlage ;-) Beides habe ich mit Sprühacrylfarbe behandelt, bevor ich sie aufeinandergeklebt habe. Die Kombination dieser Maßnamen hat auch wirklich gewirkt, und das Vorsatzpapier hat keine Ölflecken. Außerdem ersetzt der Faden die Buchecken, die mir zu wuchtig waren. Es handelt sich um extra reissfesten Baumwollfaden.


This is the Owlbook. I like this one much better than the smaller one with the Dragon. On Flickr I claimed that the stiches you see here in red on the outside were nonfunctional. Well, that's not true, strictly speaking. They serve as spacer between the oily paper and the endsheets. Additionally I coverd the endsheets from the back and the cover paper from the front in clear acrylic paint. This seems to work until now.
This book is sewn on tapes with sewed on endpapers. Each of the six signatures in wrapped in a piece of tea colored parchment paper which also carry the owl print. To give these parchment papers a bit more stability I added mending paper to the fold.

Das Nag Hammadi Büchlein, das ich in Kürbiskernölpapier gebunden hatte, verliert mittlerweile deutlich an Farbe. Dafür stinkt es immernoch. Wahrscheinlich das erste Buch, das man unter einer Käseglocke präsentieren sollte.


A small update on the Nag Hammadi Booklet: It's loosing color now. I have been waiting for this since vuscor suggested this might be happening. It is still light green, but much lighter than the taps that are inside the book. I'll see how it develops further.


Endurteil des Versuchs Papier mit Öl zu färben:
  • Das Öl hat das Papier nicht gefärbt. Es wirkt nur so lange farbig, wie es ölig ist.
  • Das Öl ist schwierig aus dem Papier herauszubekommen.
  • Vorsicht: Aller Geruch muss aus dem Papier vor der Weiterverarbeitung heraus, sonst fängt es an, ranzig zu riechen.
  • Es fühlt sich schön an, es sieht schön aus.
  • Es ist nicht zum Buchbinden geeinet.
Ja, ja die alten Hasen unter meinen Lesern grinsen sich bestimmt einen: Manche Fehler muss man eben selbst machen :-)


After all this testing I can't recomment this dyeing technique for paper:
  • The oil doesn't really dye the paper, when the oil leaves, the color goes with it.
  • It is not easy to get the oil out of the paper to a degree that makes it usable afterwards.
  • A warning: See to it that the paper doesn't smell when you use it. Otherwise it will stink rancid all the time.
  • It looks and feels nice.
  • It is not suitable for bookbinding.
Now I'll go see a friend and learn how to do Challah bread. See you around!

Tuesday, October 7, 2008

'Buchkunst' - ein Protokoll eines Vormittags im Internet

This is a report of me surfing mainly german websites. So, if you don't read german, the links probably won't be too interesting anyway. Therefore, I will not provide a complete English version of this blog entry. The idea for a websearch for german book artists came up when I evaluated where the more than 260 artists that contributed to the book '500 handmade books' came from. You can see the statistics below: Only one is from Germany and she was trained in the US...

At the end a little bit of self advertisement: The owl book can be viewed on Flickr.

Ich habe vor einiger Zeit das Buch "500 Handmade Books" gekauft und hier darüber geschrieben. Ich hatte in dem Post versprochen, noch einiges von dem Inhalt vorzustellen. Eine Woche später habe ich mich entschlossen, die zwei Arbeiten, die mich am meisten gefreut hatten, vorzustellen, statt eine für das Buch repräsentative Auswahl zu zeigen. Das lag daran, dass ich keine guten Kriterien gefunden habe, nach denen ich eine systematischere Vorstellung hätte gestalten sollen. Meine erste Idee damals war, die deutschen BuchbinderInnen unter die Lupe zu nehmen.

Und dann kam heraus: In dem Buch sind Objekte von mehr als 260 KünstlerInnen (278 wenn ich mich nicht verzählt habe) enthalten. Das hier ist, wo sie herkommen:
  • Australien: 5
  • Ägypen: 1
  • Dänemark: 1
  • Niederlande: 1
  • Deutschland: 1
  • Kanada: 10
  • Vereinigte Königreiche: 1
  • USA: > 240
Buchkunst mag in den USA weiter verbeitet sein als in Deutschland, aber es kann doch wohl nicht sein, dass wir so sehr unterrepräsentiert sind! Das hat mich zu einer weiteren Suche nach deutschen Buchkünstlern und -künstlerinnen angestiftet, die eine Menge interessante Ergebnisse geliefert hat. Im folgenden werde ich meinen Ritt auf den Wellen des Zwischennetzes nachzeichnen:

Der erste Hit auf google.com war das Klingenspor Museum in Offenbach, bzw. einen Einblick in ihre Sammlung. Eine schön gemachte Seite mit übersichtlichem Aufbau, die Lust auf einen Besuch in Person macht. Das Museum nennt sich selbst Museum für internationale Buch- und Schriftkunst. Während ich mich durch die Seite lese gewinne ich den Eindruck, dass sie, vor allem auch von ihrer Entstehung her, Wert auf die Schriftkunst legen. Aber sie haben auch eine Sammlung von moderner Buchkunst und linken auf die Seite livres d'artistes, und da geht es für mich weiter.

Man findet eine übersichtlich gegliederte und schnörkellose Webseite, die vor allem als Portal nützlich ist. Sie bietet gut sortiert eine ganze Menge von externen links, in denen ich mich natürlich gleich verlese. Es gibt Linklisten unter anderem zu den Themen Ausstellungen, Messen, Händler, Gallerien und Links. Leider funktionieren einige Seiten nicht, die Liste der Künstler und der Sammlungen liefern leere Seiten. Insgesamt ist dieses Portal aber sehr überzeugend. Nicht nur, weil die Links wohl sortiert und oft durch Farbcodes übersichtlicher gemacht sind, sondern vor allem auch, weil sie kommentiert und bewertet sind. Ich persönlich habe dort einiges gefunden und abgespeichert, das ich später nochmal im Netz oder im RL besuchen will z.B. die Gallerie und Buchbinderei Mergemeier, und ebenfalls sehr interessant sieht diese Seite hier von 13+ aus, bei dieser Seite soll es für uns dann auch weitergehen. Einen kurzen Nebenweg gehe ich allerdings noch, indem ich den link auf das Forum Book Art weiterverfolge.

Leider ist vieles auf dieser Seite nur nach Anmeldung und einem Mitgliedsbeitrag zugänglich, so dass ich allgemein nicht viel zu dieser Präsenz sagen kann. Bemerkens- und ansehenswert ist allerdings die Datenbank b-art1. Über sich selbst sagt diese Seite: "b-art1 ist ein globales Schaufenster, in dem buchkünstlerische Werke bibliographiert und bekannt gemacht werden." Dabei sammeln nicht etwa Datenbankpfleger die Einträge zusammen, sondern Herausgeber, Verleger und Buchkünstler können hier Bücher für 60 Euro + Mehrwertsteuer eintragen lassen. Damit ist es wirklich eher ein "Schaufenster" als eine Bibliothek, aber hier kann man das ein- oder andere hübsche Buch oder Autoren finden. (Und auch natürlich Künstler aus Deutschland.)

Für mich geht's aber bei 13+ weiter. Neben Informationen zu Ausstellungen, gibt es auch eine Web-Gallerie, die sehr schön anzusehen ist. Von dort aus kann man auch verschiedene Künstlerseiten anschauen und hier finde ich auch endlich deutsche Buchkünstler. Ich ende meine Tour auf der Seite von Veronika Schäpers. Hier kann man Fotos ihrer Werke sehen. Vor allem aber irritiert mich die Seite - aber das ist doch letztendlich die Aufgabe von Kunst.

P.S.: Das Eulenbuch ist fertig und kann auf Flickr angesehen werden.

Friday, October 3, 2008

The joy of cutting and printing

Ich habe erst vor kurzem das erste Mal mit Linoleum gearbeitet, aber ich habe große Freude daran gefunden. Heute habe ich mal wieder ein bisschen gedruckt, in der letzten Woche habe ich abends, wenn sonst nichts mehr zu tun war, ein bisschen geschnitten. Die Eule stammt allerdings von gestern und ist mein erstes wirklich eigenes Motiv, das nicht abgemalt ist. This is a new lino cut I made yesterday. It is the first motif that I sketched myself (the others are copied from a book about medieval ornaments). This owl came out a bit cross eyed, looks like someone hit her on the head. This is printed on the olive oil paper which, by the way, doesn't smell at all by now.

Da seht ihr die Eule nochmal genauer. Sie ist leider nicht so ganz symmetrisch geworden und sie guckt ganz schön schief. Ich finde, es sieht aus, als wär' sie gerade vor ein Fenster geflogen oder so :-) Die Ohren sind auch etwas unterschiedlich. - Das linke gefällt mir besser.
Das Drucken selbst muss ich definitiv noch üben - oder liegts daran, dass ich eine Druckpresse brauche? Der Rand unten ist gar nicht so unsauber, wie's auf diesem Abdruck geworden ist, da ist wohl das Papier ein bisschen auf dem Linoleum verrutscht.
Das Federnkleid sieht so gerupft aus, weil ich versucht habe, mehr Details reinzubringen, als dann im Druck rauskommt: Die Federn sind gerippt. Das Ganze soll der Einband für ein Tagebuch werden, das ich vorhabe an diesem Wochenende zu binden. Jede Lage wird in ein Stück (mit Tee gefärbtes) Pergamentpapier eingeschlagen, auf dem Pergamentpapier ist ebenfalls eine Eule - die Drucke sind ganz oben im Bild zu sehen, außerdem habe ich noch nicht endgültig entschieden, ob ich das mit Schwarztee oder das mit Pfefferminztee gefärbte Papier nehme, oder vielleicht werde ich mischen. Für den Vorsatz habe ich ebenfalls Eulenpapier von Drucken & Lernen.

This is a cut I made last week. It is supposed to be a dragon. When I presented it to my husband he gave it a critical look and asked: "Why does it wear a paper hat?" Well, it doesn't. The hole in the head is its eye and at the back of its head it has a horn or spike or something like that, its mouth is opened. It also doesn't give you a thumb up - this is a leaf-ornament. O.k., maybe this one is not so well done.

Das hier sind die Vorbereitungen für einen weiteren Einband für ein Notizbüchlein. Wieder ist das Papier etwas auf dem Linoleum verrutscht :-( unten seht ihr nochmal ein besseres Bild.
In dem Büchlein werden die Lagen alle aus Zeichenpapier sein, und das erste Blatt jeder Lage trägt dann einen Schnitt. Oben im Bild liegen die Seiten an der vorderen Kante auf dem Tisch.
Auf Flickr findet ihr übrigens nochmal ein größeres Bild von dem Tisch mit Kommentaren zu den einzelnen Drucken.

On Flickr you can see another picture of the prints with some more comments.
Today we (the Germans) are celebrating the
day of our reunification in 1990. I am thinking of my time in Leipzig today, which was a great time! And I remind myself that, although it feels so natural today, I shouldn't take it for granted there is no border between here an there. I'll close this posts with some photos from Leipzig when I lived there. Have a nice weekend!

Und, wie habt ihr vor, den Tag der deutschen Einheit zu begehen? Ich erinnere mich heute besonders gerne an die wunderbare Zeit, die ich in Leipzig hatte. Das wiedervereinigte Deutschland ist - zumindest für mich - mittlerweile so selbstverständlich, dass es für mich wichtig wird, mich daran zu erinnern, dass es nicht immer so war. Ein großer Teil meiner Verwandtschaft lebte in der DDR und ich bin sehr glücklich darüber, dass dieses Regime untergegangen ist, und dass wir wieder zusammen in einem Staat leben. Hurra wir sind wieder vereinigt! Zur Feier des Tages ein paar Bilder aus meiner Zeit in Leipzig:Grimmaischestraße/Ausgustusplatz - da sieht's mittlerweile ganz anders aus.

Der Ostplatz - in der Nähe habe ich gewohnt.

Diese Skulptur steht (stand?) im Friedenspark und lag auf meiner Joggingstrecke. Ich mochte sie schon immer sehr gerne. Und damit verabschiede ich mich und wünsche ein schönes Wochenende!

Wednesday, October 1, 2008

Naturfarben - weitere Experimente

Ich habe vor einigen Tagen einen Blogeintrag zum Papier färben gebracht und da, ganz am Ende, auch einige Stücke Papier mit Kürbiskernöl gefärbt. Mit dem Papier habe ich dann das Nag Hammadi Buch eingebunden. Probleme waren/sind:
  • Das Buch riecht (immernoch) nach ranzigem Kürbiskernöl
  • Das Papier ist immernoch etwas fettig (deshalb ist innen auch Butterbrotpapier)
  • Die Farbe ist nicht lichtecht (ob das ein Problem ist, darüber kann man natürlich diskutieren), mein Büchlein hat bislang allerdings nicht weiter an Farbe verloren. Mal schauen, ab wann die Tönung merklich schwindet - ich beobachte es
Der Riesenvorteil: Es sieht so schön aus! Mir gefällt, dass die Farben zart sind. Mir gefällt auch, dass die Farben sich verändern, sozusagen lebendig sind. Deshalb habe ich nochmal ähnliches versucht. Oben im Bild sind die Ergebnisse zu sehen. Von links nach recht, und damit von unten nach oben habe ich folgendes Material verwendet: Chili-Öl, 2x mit Olivenöl, gekochte Mohrüben, rohe Mohrüben, 2x roter Bete.
Beim Experimentieren mit dem Öl habe ich mittlerweile bemerkt, dass es leider das Papier gar nicht färbt. Das Papier saugt das farbige Öl auf, und wenn man dann das Öl wieder (weitestgehend) heraushaben will und Überschüsse herauspresst, verschwindet auch die Farbe. Ich habe das Papier so lange an der frischen Luft gelassen (etwa 4 Tage), bis der Geruch des Öls weitestgehend verflogen war. Dann habe ich es noch eine Weile zwischen Finnpappe und Papier eingepresst. Dabei ist das Papier wieder, wie gesagt, ziemlich hell geworden, im Falle des Olivenöls fast weiß, aber es hat jetzt eine sehr schöne Struktur und ist weich und flexibel wie Stoff.
Insgesamt halte ich das Experiment diesmal für gelungen - mal schauen, wie sich das Papier weiter entwickelt. Wenn sich noch was tut, werde ich darüber berichten.

Zum Färben mit Gemüse (Karotten und rote Bete) habe ich eine kleine Fotoserie geschossen und erkläre alles Nötige zwischen den Bildern. Viel Spaß beim Betrachten!

Approximately two weeks ago I tried to dye paper with pumpkin seed oil. I very much like the appearance of the resulting paper, this soft green tone and the texture remind me of cloth and are are very pleasing. But the booklet I made from this, still smells rancid, which is rather annoying. The color of the paper will probably fade. This is not bad as such, I like the idea that the book is still developing; it's a bit like it was alive. But this makes it also a bit unpredictable.
Now
I tried again to use oil and other natural colors to dye paper. Above you see the result of my new attempts: from left to right, bottom to top I used: chili oil, 2x olive oil, cooked carrot, raw carrot, 2x beetroot. This time I let the smell come out of the oil colored paper for about 4 days before I pressed it. This worked well - now it hardly carries any odor. But I also noticed that the paper is not really dyed. It is only soaked in oil, and when the oil leaves the color goes with it. - Probably I'll have to use parchment paper inside any book bound in this paper again.
I made a little photo series about coloring with food (
carrot and beetroot) and commented between the pictures - enjoy!

Here you can see me cutting the beetroot in smaller pieces
Hier ist die rote Bete. Ich habe sie in Stücke geschnitten und püriert. Im folgenden Bild steht das Mus schon am Papier bereit, um dieses zu färben.I made puree from the beetroot and spread this on the paper with a brush. The color of the beetroot goes awfully bad with the color of my kitchen - sorry for that.Da ist das Papier mit roter Bete eingestrichen. Das habe ich eine Weile einziehen lassen und dann wieder abgekratzt. Dann habe ich das Papier umgedreht und auf der Rückseite genauso gefärbt. Ich habe übrigens 2 rote Bete genommen, die ich vorgekocht gekauft habe. Ich habe immer das Püree aus beiden Wurzeln komplett auf dem Papier verteilt, abgekratzt und wieder das selbe Zeug auf dem nächsten Blatt, bzw. auf der Rückseite verteilt. Dabei nimmt natürlich die Färbkraft ab. Deshalb habe ich die Zeit, die die Farbe einzieht immer etwas verlängert. Für die 4. Seite habe ich dann so lange gewartet, dass ich mich danach entschieden habe, an dieser Stelle aufzuhören. Aber das Ergebnis hat jetzt eine so kräftige Farbe, dass man wahrscheinlich auch noch hätte weitermachen können.
After some time I scratched the pulp off the paper and put the same stuff first on the back side and then on the next page. Next I tried cooked carrot. Again I made a puree out of the vegetable, spreat it on the paper, let it rest, scratched it off.
Die Karotte hat mein Werkzeug (Purierstab, Pinsel, Spachtel) stärker gefärbt als die rote Bete, dafür aber das Papier schwächer. Das Warten wurde mir dann auch etwas lang, und ich habe angefangen, zu spielen ;-)
Schon die Rückseite von dem Papier mit gekochter Karotte ist deutlich schwächer gefärbt als die Vorderseite, deshalb habe ich schon nach einem Blatt aufgegeben. Die rohe Karotte war dann viel farbintensiver - aber auch schwieriger zu verarbeiten. Hier das Ergebnis nochmal in der Gesamtschau, während es noch in meiner Küche trocknet:
The cooked carrot puree had less strength to color the paper than the beetroot pulp and had to stay on the paper even longer. The color came out beautifully, but already on the backside of the paper it is considerably lighter, so I gave up this portion of pulp after one sheet and tried the same method with raw carrot. The resulting color was more what I expected: orange as opposed to yellow. In the final picture you can see all of the the sheets drying in my kitchen.